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OZ: Retter in zwei Wehren sichern Einsatzbereitschaft

Donnerstag, 01.11.2012 | 08:33  


Freiwillige Feuerwehr Bad Doberan beschreitet neue Wege, die Alarmbereitschaft am Tage zu sichern. Kreisverwaltung geht mit gutem Beispiel voran.

Bad Doberan (OZ) - Nicht auszudenken: Es brennt, und keiner kommt löschen. So prekär ist die Situation bei den freiwilligen Feuerwehren zwar nicht, doch es wird immer schwieriger, am Tage die Einsatzbereitschaft der Retter in Blau zu gewährleisten. Die demografische Entwicklung und die Tatsache, dass viele junge Leute außerhalb ihres Wohnortes arbeiten, lässt die Tagesalarmbereitschaft sinken. Mindestens 16 Kameraden werden am Tage gebraucht, um bei einer Schwerpunktfeuerwehr einen Einsatz abzusichern, erklärt Bad Doberans Wehrführer Olaf Schulz. Oft seien es nur noch zehn. „Bisher haben wir noch alle Einsätze abgesichert“, sagt Schulz erleichtert, aber es werde zunehmend ein Problem. Um so erfreulicher ist die Tatsache, dass Doberans Wehr jetzt Hilfe bekommt. Bad Doberans Bürgermeister und Wehrführer wollen neue Wege zur Gewinnung von Mitgliedern für die Wehr gehen. Dabei wurde sich natürlich zunächst in öffentlichen Verwaltungen in der Stadt umgeschaut und geworben. Positiv die Rückmeldung aus dem Landratsamt. Drei erfahrene Brandschützer, die in der Kreisverwaltung in Bad Doberan arbeiten, aber in anderen Wehren ausgebildet wurden und dort sogar führende Positionen einnehmen, stellten sich zur Verfügung, die Tagesalarmstärke der Bad Doberaner Wehr zu sichern. Landrat Thomas Leuchert gab grünes Licht. Auf der vergangenen Mitgliederversammlung der Wehr wurden Frank Biesenthal von der Kühlungsborner Wehr, Ronald Knüppel von der Wehr Lüssow/Karow und Ralf Kurths von der FFw Klein Kussewitz zur Probe in die Bad Doberaner Wehr aufgenommen. Sie haben damit eine doppelte Mitgliedschaft.

„Im Rathaus konnte trotz mehrerer Informationsveranstaltungen kein neuer Kamerad gewonnen werden. In Zukunft sollen dort aber bei Neueinstellungen Mitarbeiter bevorzugt werden, die in der Feuerwehr sind oder sich zur Mitarbeit bereit erklären“, sagt Olaf Schulz.

Kreisbrandmeister Mayk Tessin würdigt diese Stärkung des Brandschutzes in ländlichen Regionen. „Das Beispiel sollte Schule machen“, meint er. Es sei nicht selbstverständlich, dass Arbeitgeber ihre Mitarbeiter zum Einsatz freistellen.

Das Problem ist auch in Schwerin bekannt. Das Ministerium für Inneres und Sport wandte sich deshalb an kreisfreie Städte, Landkreise und Kreisfeuerwehrverbände, neue Wege zu gehen, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Tageseinsatzbereitschaft der Wehren zu gewährleisten. Als positives Beispiel wird die Stadt Penzlin genannt. Dort rücken künftig Mitarbeiter der Verwaltung bei Bränden aus.

Beschäftigte der Verwaltung sollen die Freiwillige Feuerwehr Penzlin am Tage unterstützen. Darunter sind gerade auch Mitarbeiter, die ihren Wohnsitz nicht in der Stadt haben. So sei es gelungen, 14 Mitarbeiter für die Brandschutz-Aufgabe zu gewinnen, die künftig auch weitere Ausbildungen absolvieren würden — dazu werden sie von der Arbeit freigestellt. Schwerins Innenministerium möchte das Beispiel publik machen und hofft, dass andere Wehren dem folgen. Doberans Wehr hat einen ersten Schritt getan.

Artikel aus der Ostsee-Zeitung vom 01.11.2012


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(c) Ostsee-Zeitung - Die Einsatzbereit- schaft am Tage ist zunehmend ein Problem. Olaf Schulz, FF Bad Doberan