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   Freitag, der 21.09.2018  

OZ berichtet aus Sicht eines Feuerwehrmannes

Samstag, 20.01.2007 | 05:40  


Die Ostsee-Zeitung Bad Doberan greift in ihrem heutigen Ausgabe nochmals auf die Ereignisse des vergangenen Orkans Kyrill auf und schildert diese aus der Sicht des Bad Doberaner Feuerwehrmannes Günter Zemke.

Auge in Auge mit dem Orkan

Momente aus der Sturmnacht. Gefährlich war es für die Feuerwehrmänner im Wald am Doberaner Moorbad.

Bad Doberan Kurz nach 18 Uhr zerreißt das gellende Alarmsignal des Piepers am Donnerstag erstmals die Feierabendruhe von Feuerwehrmann Günter Zemke. Doch dieses Mal ist alles anders. Innerlich steht der 49-jährige Kraftfahrer bereits in der „Spur“, denn die landesweite Orkanwarnung läuft auf allen Kanälen.

„Einsatzort Wallbach“, quakt es aus der Funke. Dieser ist durch den heftigen Regen verstopft und droht die Siedlung am Doberaner Rosenwinkel zu überschwemmen. Jede Angabe per Funk ist wichtig, um zu wissen, welche Technik eingesetzt werden muss. Stiefel, Jacke, Helm und Breitgurt. Noch vor wenigen Minuten saß Günter Zemke in seinem Sessel, jetzt flitzt er mit 21 weiteren freiwilligen Sturmhelfern zum Einsatzort. Sandsäcke, Pumpen, Schläuche – alle sieben Fahrzeuge müssen ausrücken.

Durch den heftigen Regen ist die Sicht eingeschränkt. Zeit ist heute Abend kostbar, zumal die Kameraden in jedem Moment mit neuen Hilferufen rechnen müssen. Nach etwa zwei Stunden ist die Sandsackbarriere am Wallbach gestapelt, der Graben umgeleitet. Alarmstufe Rot auch beim städtischen Bauhof: Multicar, Radlader und Kies müssen geordert werden.

Zum Verschnaufen bleibt keine Zeit: Die Blaulichter zucken nun am Stadtausgang zwischen Krankenhaus und Moorbad-Klinik. Eine riesige Buche liegt quer über die Straße, ihre Krone hängt im Zaun, der den Sturz auf das unmittelbar dahinter liegende Wohnhaus abhielt. Noch während sich das Team um Maschinist Günter Zemke mit dem Zerteilen der Straßensperre beschäftigt, kracht es ein zweites Mal.

„Stockdunkel, dann ein Höllenlärm und der Boden bebte“, schildert Zemke eine der nächtlichen Schrecksekunden. Keine 50 Meter neben den mit dem Schaden beschäftigten Kameraden krachten zwei weitere Buchen durch das Waldstück am Moorbad. „Angst hat keiner, da wären wir hier fehl am Platz.“ Es wäre wohl eher der Schreck und der kurze Gedanke daran, was hätte passieren können, der kurz ein mulmiges Gefühl in die Bauchgegend treibt, meint Zemke. Doch bald löst sich die innere Anspannung wieder, es wird gescherzt und zusammengeräumt.

„Pass auf dich auf“, sagt Zemkes Ehefrau zu ihrem Mann. Vom Baum, der ihn hätte treffen können, weiß sie zum Glück nichts. Eine Stunde nach Mitternacht hat sie ihren Mann wieder, für nicht ganz drei Stunden. Die versucht er, „so halb liegend“ auf der Couch zu entspannen, bis das Tief „Kyrill“ wieder das Ausmaß seiner Kraft präsentiert.

Bis gestern Mittag sind es insgesamt zehn Einsätze für die Bad Doberaner Feuerwehr. Am Morgen trudeln Rufe von Hausbesitzern ein. An der Bad Doberaner Jugendherberge hat sich durch den Sturm das Erdreich um eine stattliche Birke gefährlich gelockert, sodass sie auf das Dach zu stürzen droht. „Fällen ist zu gefährlich“, schätzt der Wehrführer ein. Der Baum wird in Teilen abgetragen.

DORIT WEHMEYER



Bilder


Foto: Dorit Wehmeyer, OZ 


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