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   Mittwoch, der 15.08.2018  

OZ: Milzbrand-Alarm bei der Post

Donnerstag, 25.10.2001 | 00:00  


Milzbrand-Alarm bei der Post

Ominöser Brief im Verteilerzentrum Neu Roggentin aufgetaucht

Ein Kuvert mit der Aufschrift „Milzbrand“ sorgte gestern bei der Post in Neu Roggentin für Aufregung. Offenbar Trittbrettfahrer. Das Kuvert wird derzeit in Greifswald untersucht.

Bad Doberan
(OZ) Sie hatten es befürchtet und es geschah am Dienstag um 18.15 Uhr: Milzbrandalarm. Jetzt auch im Landkreis Bad Doberan. In der Briefordnerei vom Briefzentrum der Deutschen Post Neu-Roggentin war ein kleines Kuvert mit drohend schwarzer Aufschrift „Milzbrand“ samt drei Ausrufezeichen aufgetaucht. Sperre der Briefordnerei, Alarm bei der Polizei und dem Katastrophenschutz.

Nur Minuten danach rollt Zugführer Wolfgang Scheil mit sechs Fahrzeugen seines Gefahrgutzuges und 25 Mann der Freiwilligen Feuerwehr Bad Doberan Richtung Tatort. Hier trifft auch die Sanitzer Feuerwehr ein, sechs Rettungswagen mit Notarzt und Sanitätern rasen nach Neu Roggentin, sechs Fahrzeuge der Rostocker Berufswehr. Mit dabei auch das Dekontaminationsfahrzeug der Hansestadt: „Damit die Leute im Fall des Falles sofort dekontaminiert werden könnten“, erklärt Scheil.

Für alle heißt es zunächst: Abwarten, was weiter geschieht. Schutzanzüge, Sauerstoffmasken, Löschfahrzeuge, Notärzte, Krankenwagen – alles steht bereit.

Im Haus waren zwei der zwölf Spätschichtler des Briefzentrums mit dem Papier in Kontakt geraten. „Sie packten ihn gleich in einen extra geschlossenen Behälter. Alle zwölf Beschäftigten blieben in einem Raum. Die zwei Frauen wurden vorsorglich medizinisch betreut“, heißt es im Polizeibericht. „Man muss immer von der größten Gefahr ausgehen“, erklärt Doberans Feuerwehrchef Scheil.

Sein Team kommt an diesem Abend ebenso nicht zum Einsatz wie alle anderen Retter. Wieder waren es offensichtlich Trittbrettfahrer, die Angst und Schrecken verbreiten wollten. Nun wohl Fall Nummer 48 in M-V.

22.05 Uhr wird der Einsatz beendet. Entwarnung. Er wird Zigtausende Mark kosten. Der Behälter mit dem ominösen Brief reist noch in der Nacht mit dem Fahrzeug einer Sonderabfall-Recyclingfirma nach Greifswald ins Universitäts-Institut für Medizinische Mikrobiologie zum Test.

Die Mannschaften fahren mit gemischten Gefühlen zurück. Sie kennen das, Gefahrgut zu beseitigen. Dennoch: Das hier ist anders. Gut, dass alle so lückenlos Hand in Hand beim Einsatz mitwirkten, schätzt Kriminaldirektor Mainka ein. Scheil aber klagt, dass sie längst vom kreislichen Ordnungsamt Verhaltensregeln für diese Fälle erwartet hätten. „Und über ein Dekontaminationsfahrzeug verfügen wir auch nicht.“

Die Postler jedoch hatten ihre Schularbeiten gemacht: Handschuhe sind da, Mundschutz, Verhaltensregeln. „Eigens für diese Fälle ist eine Hotline geschaltet, die Kunden und Beschäftigte wählen können – Montag bis Samstag 7 bis 20 Uhr 08 00 / 2 17 17 70“, erklärt Post-Pressesprecherin Minu Esfahlani in Hamburg. „Bisher waren es vier Mal Trittbrettfahrer, die solche Briefe im Land verschickt haben“, erklärt sie.

Pressesprecher Volker Werner von der Rostocker Polizeidirektion empfiehlt: Jeder sollte bei ominösen Briefen zunächst die Ernsthaftigkeit prüfen. Ob etwas heraus rieselt. Die Briefe dann nicht knicken, nicht falten, isoliert lagern, nicht damit in Berührung kommen, wenn etwas heraus rieselt. Dann sofort Ordnungsamt oder Polizei anrufen – 110 oder 112. Und diesen Fachleuten die weitere Prüfung überlassen.

Was genau der Brief enthält, stand gestern noch nicht fest. Eine Analyse dauere mindestens 24 Stunden, sagt Prof. Lutz Gürtler. Der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie der Universität Greifswald will sich konkret zum Neu-Roggentiner wie auch zu allen anderen Fällen nicht äußern. Er teilt aber auf OZ-Nachfrage mit, dass bei den bisher in seinem Institut untersuchten Proben in keinem einzigen Fall Milzbrand-Erreger festgestellt wurden.

INGELINDE SPILLER



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