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OZ: Pflichtaufgabe Brandschutz braucht Geld

Dienstag, 19.03.2013 | 11:10  


Der Kreisfeuerwehrtag richtet den Ruf nach Schwerin: Gemeinden brauchen eine bessere Finanzausstattung.

Gnoien (OZ) - Kein Redner auf dem Kreisfeuerwehrtag am Wochenende in Gnoien vergaß den Appell an die Landesregierung in Schwerin: Brandschutz ist eine kommunale Pflichtaufgabe, deshalb müssen die Gemeinden so viel Geld bekommen, dass sie die Feuerwehren auch finanzieren können.

Aber nicht nur in dieser Sache zeigten die 158 Delegierten der Freiwilligen Feuerwehren im Kreisfeuerwehrverband Geschlossenheit. Reibungslos funktionierte auch das Zusammenwachsen der ehemaligen Feuerwehrkreisverbände Güstrow und Bad Doberan. So gut, dass Kreistagspräsidentin Ilka Lochner-Borst (CDU) in ihrem Grußwort sagte: „In der Art des Zusammenwachsens können wir uns im Kreistag einiges von ihnen abgucken — und kommen dann vielleicht einen Schritt nach vorn.“

Trotzdem plagen die Feuerwehrleute ernsthafte Sorgen. „Die Anzahl der Einsatzkräfte sinkt, gleichzeitig sinkt auch die Anzahl der Jugendfeuerwehrmänner“, erklärte Kreiswehrführer Mayk Tessin. „Um den flächendeckenden Brandschutz in Mecklenburg-Vorpommern erhalten zu können, brauchen wir jede funktionierende Einheit der Feuerwehr mit der entsprechenden Personalausstattung.“ Tessin appellierte an alle Verantwortlichen, weiter aktiv für neue Einsatzkräfte zu werben.

Doch offenbar fehlt es den Feuerwehren im Landkreis an mehr als nur an einsatzbereiten Männern und Frauen. Der Kreisfeuerwehrführer wurde deutlich: „Wir können hier noch so viel beschließen: Wenn die Finanzen der Gemeinden nicht stimmen, geht gar nichts. Das Land muss die Gemeinden finanziell so ausstatten, dass die Pflichtaufgabe Brandschutz auch erfüllt werden kann.“

Auch Kreisjugendwart Frank Zangenberg beklagte die „immer schwieriger werdende finazielle Situation im Bereich der Jugendarbeit und in den Jugendfeuerwehren im Besonderen“. Dabei stehe außer Frage, dass Feuerwehrnachwuchs nur über die Jugendfeuerwehren gewonnen werden könne. „Die demografische Entwicklung schlägt gnadenlos zu“, sagte Zangenberg. „Es gibt immer weniger Jugendliche, die in die Feuerwehr eintreten könnten.“ Umso mehr gelte es, die Jugendfeuerwehren attraktiver zu gestalten, neben der Ausbildung auch das Angebot an Freizeitaktivitäten zu verbreitern.

Beim Landesbrandmeister Heino Kalkschies ist das Problem angekommen: „Jede Feuerwehr, die keine Jugendabteilung hat, kann sich genau ausrechnen, wann sie die Tore zumachen muss“, sagte er. Kalkschies sieht vor allem Konflikte beim Übergang von der Jugend- in die aktive Feuerwehr. „Wenn die jungen Leute keine Ausbildungsplätze bei uns im Land bekommen, sind sie für die Feuerwehr bei uns verloren.“ Auch er vergaß nicht, an das Land zu appellieren: „Man kann nicht Brandschutz per Gesetz zur Pflichtaufgabe deklarieren und bei der Mittelvergabe die Feuerwehren vergessen.“

Klaus Walter

Artikel aus der Ostsee-Zeitung vom 18.03.2013


Bilder


Zeichen des Zusammenwachsens der Feuerwehrverbände Güstrow und Doberan: die neue Fahne. Foto: Klaus Walter 


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